Als Stahl bezeichnet man jedes Eisen, dass ohne Zugabe anderer Stoffe schmiedbar ist. Diese kurze und einfache Definition bedeutet, dass Stahl eine Eisen-Kohlenstoff-Legierung ist, die weniger als 2.,06 % (Masse) an Kohlenstoff enthält. Stahl ist der am häufigsten verwendete metallische Werkstoff und bekommt durch das Legieren mit Kohlenstoff und anderen Legierungselementen in Kombination mit wärme- und thermomechanischen Behandlungen Eigenschaften, die in einem sehr breiten Anwendungsbereich von Nutzen sind.
Zum Beispiel kann man Stahl sehr weich und verformbar herstellen, sodass daraus Konservendosen und andere Sachen geformt werden können. Stahl kann jedoch auch sehr hart und spröde hergestellt werden, wie beispielsweise martensische Stähle für Messer. In jüngster Zeit versucht man Stahl sowohl fest als auch duktil (verformbar) zu fertigen, um ihn dann z.B. für den Leichtbau von Maschinen zu verwenden.
Zur Veränderung der Eigenschaften gibt es drei verschiedene Verfahren. Man kann den Stahl entweder durch Legieren, Wärmebehandeln oder Kaltverformen verändern. Die Dichte von Stahl bzw. Eisen beträgt 7,85−7,87 g/cm3 (7850-7870 kg/m3), der E-Modul ca.210 kN/mm2 (2,1 · 105 N/mm2). Der Schmelzpunkt von Stahl kann je nach den Legierungsanteilen bis zu 1536 °C betragen.
Bereits im zweiten Jahrtausend v. Christus wurden im damaligen Hethiter-Reich Eins verhüttet, der erste einfache Stahl soll Anfang des ersten Jahrtausends v.Christus datiert sein. Heutzutage ist die Stahlindustrie in Deutschland sehr stark aufgestellt: etwa 76.500 Mitarbeiter stellen rund 46 Mio. Tonnen Stahl her.